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Strand in Ahrenshoop:
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Mönchgut auf der Insel Rügen – Biosphärenreservat Süd-Ost-Rügen – Endmoränenhügel, Gletscherzungenbecken |
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Über die Granitz nach Mönchgut (Rügen) - Zur Erwanderung der Außenküste von Mönchgut wird eine Route vom Nordperd bei Göhren zum Südperd und zum Haken bei Thießow empfohlen. Dies ist ein vielseitiges Biosphärenreservat Süd-Ost-Rügen mit imposanten Endmoränenhügel und Gletscherzungenbecken. |
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Der Küstenraum der südostrügenschen Halbinsel reiht sich in das System der nach Nordosten bzw. Osten vorspringenden Kernländer von Außenrügen mit sie verbindenden Nehrungen ein. Südost-Rügen besitzt wie jede dieser drei Halbinseln seinen eigenen und besonderen geologischen und geomorphologischen Charakter. Von der Linie Binz-Groß Stresow gerechnet, besteht es aus zwei unterschiedlichen Teilräumen, dem kompakten Höhengebiet der Granitz mit deren südlichen Endmoränenausläufern, das bis zum Mönchsgraben am Nordausgang von Baabe reicht, und dem in sich wesentlich stärker gegliederten Halbinselteil Mönch gut, ehemaligem Landbesitz (Nordteil seit 1252, Südteil seit 1360) des Zisterzienserklosters Eldena bei Greifswald.
Der Mönchsgraben, eine alte „Landwehre", die noch heute erkennbar ist und mit Wall und Graben vom Selliner See bis zum Außenstrand verläuft, wurde 1252 zur Grenze der Eldenaer Klosterbesitzungen auf Rügen erklärt.
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Der südostrügensche Raum erhielt seine entscheidende Grundanlage und Reliefgliederung vor etwa 12 Jahrtausenden durch die weichselspätglaziale Nordrügener Staffel. Die Granitz als nördlicher Teilraum ist ein geschlossenes, in sich stark hügelig gegliedertes Höhengebiet, in dem sich die Endmoränen mehrerer Teilstaffeln gabelförmig zusammenscharen und von dort nach beiden Seiten auseinanderstreben. In jene die Granitz flankierenden Bereiche der Prorer Wiek und Mönchguts drang das Inlandeis in großen Loben merklich weiter nach Südwesten vor und teilte sich dabei stärker in einzelne Gletscherzungen auf. Offenbar hielt im Bereich der Granitz, ähnlich wie bei den Halbinseln Jasmund ünd Wittow, ein Hindernis bzw. hochliegender Kreideuntergrund (GROTH 1967) die vordringenden Eismassen stärker zurück, ohne daß es allerdings - abgesehen von kleinen Schollenaufpressungen - zur Mitbewegung größerer Kreidekörper wie auf Jasmund und Wittow kam. Die hohe und kompakte Gabelungszone der Endmoränen reicht von der Außenküste über das zentrale Waldgebiet mit dem Jagdschloß Granitz (96 m ü. NN) und über den Ort Lancken-Granitz nach Süden bis an den Greifswalder Bodden bei Gr. Stresow. Der größte Teil der Moränenhöhen ist mit Laub- oder Mischwald bestanden. |
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Eine Küstenwanderung entlang der Steilküste der Granitz von Binz nach Sellin bzw. Baabe ist sowohl auf dem Hochuferweg als auch auf dem Geröllstrand reizvoll und lohnend, wegen des ständigen Auf und Ab der Moränen bzw. des zumeist mit Geröllen und Blöcken bedeckten Strandes jedoch nicht unbeschwerlich. Die Küstenvorsprünge von Silvitzer, Granitzer, Schanzen- und Quitzlaser Ort sind höhere Moränengabelgebiete, von denen sich gute Ausblicke bieten, besonders auf die große Ostseebucht der Prorer Wiek, die Nehrung der Schmalen Heide und die Kreideküste bei Saßnitz. Der Schwarze See in Nähe der Waldhalle bei Sellin, ein idyllischer Waldsee, liegt in einer durch ausgetautes Toteis gebildeten geschlossenen Hohlform. - Die Wanderung auf dem Strand zeigt einerseits an aktiven Kliffstrecken die Stauchungen der Endmoränen mit Falten- und Schuppenstrukturen des Geschiebemergels sowie gelegentliche Kreideeinpressungen in die den Granitzkomplex aufbauenden spätglazialen Beckensande. Andererseits sind die Prozesse des Küstenrückgangs mit Abrutschmassen gut zu beobachten. Der Geröllstrand selbst mit seinen ins Flachwasser reichenden auch größeren Blöcken ist eine Fundgrube für Gesteins- und Geschiebestudien. |
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Südlich der Seebäder Sellin und Baabe gewinnt die Küsten- und Moränenlandschaft auf der Halbinsel Mönchgut einen grundsätzlich veränderten Charakter. Die tief ausgeschürften Gletscherzungenbekken mit ihrer Kammerung in Eisbewegungsrichtung durch mehrere Gletschervorstöße werden für das Landschaftsbild an der Südflanke der Granitz bestimmend. Boddenseitig von Sellin und Baabe sind es zunächst die von Endmoränen umrandeten Becken des Selliner und Neuensiener Sees mit ihren nur schmalen, flußartigen Verbindungen zu den rückseitigen Boddengewässern in den Bahnen ehemaliger Schmelzwässerdurchbrüche, wie die Baaber Bek und die Lankkener Bek. Südlich von Baabe nimmt die Halbinsel Mönchgut dann deutlich eine kammförmig gegliederte Gestalt an, in der Land- und Wasserflächen auf engem Raum miteinander verzahnt sind. Jeder Aussichtspunkt lenkt den Blick gleichzeitig auf Meer und Bodden. |
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Nur die Außenküste Mönchguts ist ausgeglichen. Sie besteht aus vorspringenden schmalen Moränenkernen (Nordperd, Lobber Ort, Südperd) als Materiallieferanten für den Küstenausgleich und aus geschwungenen Nehrungen dazwischen wie insbesondere Baaber Heide und Großem Strand, beide mit meerseitigen Dünen und boddenseitiger VermQorung bzw. Anmoorbildung. Einsichten in die Wirkungsweise von Küstenschutzmaßnahmen gewähren die Uferschutzmauern vor dem Nord- und dem Südperd sowie Überreste der Stahlspundwände vor Lobber Ort.
Von besonderem geologisch-geomorphologischem Interesse ist das bis 10 m hohe, nahezu senkrechte Geschiebemergelkliff des Lobber Orte. Das dortige Flächennaturdenkmal enthielt bzw. enthält solche Sehenswürdigkeiten wie dem Kliff eingelagerte Schollen aus der frühen Kreidezeit (Wealden-Kohle) und dem Tertiär (NIEDERMEYER 1981), gelegentliche Brandungshöhlen oder -hohlkehlen entlang dem Klifffuß sowie größere Geschiebe bis hin zu dem Granit-Findling von 3 m Durchmesser und 12 m Umfang (SCHMIDT 1965) auf dem vorgelagerten Blockstrand. Die Nehrungen enthalten im Vertikalprofil mit 20 m und z. T. mehr Gesamtmächtigkeit Sande des Ancylus-Großsees sowie Mudden und Sande des Litorina-Meeres. In der Baaber Heide, einer etwa gleich langen wie breiten Nehrung, wurde der begrenzende Torf zwischen beiden Sedimentserien mit 7847 ± 100 Jahren v. h. (Bln 751) datiert. |
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Der begrabene Podsol zwischen zwei Braundünenphasen hat in dem gleichen Bohrprofil ein Absolutalter von 2 650 ± 100 Jahren, daß der Große Strand als Nehrung eine wesentlich schmalere Gestalt und auch ein nur schwach ausgebildetes, nicht sehr breites Dünensystem besitzt, hat seine Ursache in einer geringeren Sedimentzufuhr. Nur in den Außenküstenbereichen Mönchguts sind die ehemalige Gletscherzungenbecken abschließenden Nehrungen ausgebildet. An ihren Rückseiten geraten die Zungenbecken ähnlich wie im Gebiet Nordrügens unter die Wasseroberfläche der Bodden. Sie bilden heute als Having, Jjagensche Wiek und Zicker-See überwiegend langgestreckte ostwärtige Ausbuchtungen des Greifswalder Boddens. Ihre in sich gegliederten Moränenflanken ragen umgekehrt als vorspringende Halbinseln von Reddevitz, Groß Zicker und Klein Zicker westwärts in den Greifswalder Bodden hinein. |
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Diese hohen Kernländer werden zu den Wasserflächen und Niederungen (Nehrungen) hin durch litorinazeitliche Kliffe scharf abgegrenzt. Modellhaft ist z. B. das Litorina Kliff an der Nordseite des Göhren-Reddevitzer Höhenzuges zur Baaber Heide, aber auch an deren Nordwestflanke bei Moritzdorf ausgebildet. Es entstand in Zeiten, als das Litorina-Meer vor 7 bis 6 Jahrtausenden diese Kernländer noch halbinsel- oder inselförmig umspülte. Das alte Litorina-Kliff westlich von Göhren bietet mit Geschiebemergelrücken, Bergrutschnischen und Quellaustritten über Mergel sowie vorgelagerten Schwemmkegeln entlang seinem Fuß eine reiche Auswahl an Phänomenen natürlicher oder durch den Menschen ausgelöster Veränderungen. |
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Das Herzogsgrab (Megalithgrab) mit einem Alter von reichlich 4000 Jahren in der Forst Mönchgut sowie ca. 2000 Jahre alte begrabene Böden im Schwemmkegel vor der „Wolfsschlucht" bei Göhren gewähren Möglichkeiten zur Datierung der Anlandungsprozesse (AMELANG, K., JANKE u. KLIEWE 1983). So besagt z. B. das auf der Meefessandebene nahe dem fossilen Steilufer angelegte Herzogsgrab, dass Litorina-Kliff und Nehrung dort bereits über 4 Jahrtausende existieren. - Die Moränenkerne von Thießow und Klein Zicker wurden durch eine Kleine Nehrung miteinander verbunden. Die heute noch wachsenden Haken von Thießow, Klein Zicker, Groß Zicker und Gobbin sind junge, nicht über 600 Jahre alte, sich mit der Küstendynamik zeitlich ändernde Gebilde. Ihre Entwicklung setzte erst nach Schließung der Nehrungen im Außenküstenbereich ein. |
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In Testgebieten Südost-Rügens waren in den 70er Jahren geowissenschaftlich-interdisziplinär aus Geographen, Geologen und Biologen zusammengesetzte Forschungsgruppen der Universität Greifswald mit Struktur- und Prozeßforschungen befaßt. Die „Litoralgruppe" untersuchte vor allem in Abhängigkeit von hydrometeorologischen und sedimentologischen Bedingungen den Küstenrückgang sowie Sedimentationsprozesse, Formen und Bewuchs auf der Schone des Greifswalder Boddens bei Neu-Reddevitz (s. z. B. GOMOLKA, GUSEN u. MÜLLER 1974; B.KNOLL 1983). Die terrestrische Gruppe war besonders im Schmachter-See-Becken bei Binz tätig und führte u.a. Untersuchungen zur Limnologie und Sedimentologie des Strandsees (LAMPE, JANKE), zur Morphogenese (DEUTSCHLÄNDER, KLIEWE, D. KNOLL, M. PILARSKI), zu geomorphologischen Hangprozessen (K. AMELANG, JANKE u. KLIEV'E 1983) sowie geländeklimatische Messungen (OTro, JÜNGER) und geobotanische Vegetationsaufnahmen (SLOBODDA, VoIGTLAND) durch. Die Hauptergebnisse wurden in der Wissenschaftlichen Zeitschrift der Emst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (Math. Nat. Reihe, 32, 1983, 1/2) unter dem Rahmenthema „Naturräumliche Strukturen und Prozesse im Jungmoränen- und Küstengebiet der DDR" publiziert. |
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Zur Erwanderung der Außenküste von Mönchgut wird eine Route vom Nordperd bei Göhren zum Südperd und zum Haken bei Thießow empfohlen. Eine vorherige Gesamtorientierung vermittelt der Ausblick vom Göhrener Kirchberg nach Süden. Das von R. BAHLS in Göhren mit vielen Ideen eingerichtete Mönchguter Museum gewährt ausgezeichnete Einblicke in die Natur- und Kulturgeschichte der Halbinsel. Bei Wanderungen an der Außenküste, z. B. am Großen Strand, bietet sich die Möglichkeit zum Studium struktureller und textureller Merkmale rezenter Strandsedimente (NIEDERMEYER 1980). Eindrücke von der Boddenseite Mönchguts mit vielen lohnenden Ausblicken - z. B. von der Moritzburg (37 m ü. NN) bei Moritzdorf, dem Schafberg (34 m) bei Middelhagen oder dem Bakenberg (66 m) bei Groß Zicker - gewähren Wanderungen auf den langgestreckten Höhenzügen in Ost-West-Querprofilen:
von Lancken-Granitz über Neu-Reddevitz zum dortigen Kliff und zum Gobbiner Haken,
- von Baabe oder Sellin über Moritzdorf (Moritzburg) nach Seedorf,
- von Göhren über Middelhagen und Alt-Reddevitz zum Reddevitzer Höft,
vom Großen Strand über Gr. Zicker oder Gager zum Zickerschen Höft mit ausgezeichnetem Blick vom Bakenberg auf Nehrung und Zickerniß-Niederung sowie mit Möglichkeiten zu Wanderungen entlang der Boddenküste und
- vom Thießower Kernland über die kleine Nehrung Thießow - Klein-Zicker, genannt Der Haken, zum Boddenkliff bei Klein Zicker mit dem Saalsufer. |
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(Quelle: „Die Ostseeküste zwischen Boltenhagen und Aalbeck“ R.-O. Niedermeyer/ H. Kliewe/ W. Janke / Verlag: VEB Hermann Haak 1987) |
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